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Montag, 24. November 2014

Zitat der Woche

"Die Kommunistische Partei hat vor keiner Kritik Angst, weil wir Marxisten sind, weil die Wahrheit auf unserer Seite ist und die Hauptmasse - die Arbeiter und Bauer - zu uns stehen."
- Mao Tsetung; Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung, Rede auf der Landeskonferenz der Kommunistischen Partei Chinas über Propagandaarbeit -

Mittwoch, 19. November 2014

Über den Markt und die Wirtschaft III

Die Frage der Verteilung in der Marktwirtschaft II

Nun sollte man also annehmen, dass kein Mensch Waren kaufen würde, die einen hohen Preis besitzen und ebenso würde kein Mensch Waren verkaufen, die einen niedrigen Preis besitzen. Wie kommt es also das Menschen Waren nun an Menschen verkaufen können die eigentlich keinen hohen Preis dafür haben wollen?

Meistens weil sie es müssen! Es ist dem Menschen in dem Moment egal wie teuer das Brot ist, wenn er hungert und es ist ihm egal wie teuer die Kleidung ist solange er friert. Der Mensch würde also bereit sein hohe Preise zu akzeptieren, wenn er dafür ein unbefriedigtes Bedürfnis befriedigen kann. Herrscht also nun in einer Region ein Mangel an einem bestimmten Gut, werden schnell Menschen dort hin gehen und dieses Gut zum Anfang hin zu hohen Preisen verkaufen. Nun wird nach einiger Zeit ein Unternehmer auf die Idee kommen, sein Gut im Preis zu senken um mehr Kunden und so im Endeffekt mehr Gewinn zu bekommen, was andere Unternehmer gerade zu zwingt ihre Preise ebenfalls zu senken um ihre Kunden nicht zu verlieren. Diese Selbststeuerung des Marktes wird auch als die Unsichtbare Hand des Marktes bezeichnet und ist die Grundlage für die Wirtschaftstheorie der Freien Marktwirtschaft. Der gegenseitige Wettkampf um ein Mehr an der Wirtschaftsmenge und das Wechselspiel zwischen Konsument und Unternehmer und Einnahmen und Ausgaben soll die verfügbaren Güter möglichst gleich und anhand der erbrachten Leistung verteilen.

Nun ergeben sich daraus aber gewisse Probleme, die wie folgt benannt werden können:

  1. Es wird nicht jeder Warenwert in den entsprechenden Tauschwert umgewandelt und nicht jeder erbrachte Leistung entsprechend entlohnt, dieser Effekt wird als Mehrwert der Arbeit bezeichnet. So kann ein Stahlarbeiter nicht dieselbe Menge an Stahl kaufen, wie er produziert hat, da der Unternehmer einen gewissen Betrag seines eigentlichen Solllohns als Gewinn abzieht und einen gewissen Teil der Kosten des Stahls als Gewinn einfährt. 
  2. Durch die Philosophie des minimalen Einsatzes und des maximalen Gewinns werden die Arbeiter und Angestellten in systematischer Weise in die Abhängigkeit der Unternehmer und durch das entfesselte Bankenwesen wird der zudem noch der Kleinunternehmer in die Abhängigkeit von Großindustrie und Banken getrieben. Der moderne Sozialstaat kann hier zwar die Symptome bekämpfen, indem er den in Abhängigkeit Arbeitenden ein lebenswertes Leben ermöglicht, doch kann er die Krankheit ansich nicht heilen.
  3. Durch diese Abhängigkeit ist das Machtverhältnis zwischen Konsument und Anbieter einseitig zu Gunsten der Anbieter verlagert worden. Die Anbieter nutzen nun ihre Machtposition aus um immer mehr Gewinn auf Kosten der Gesamtheit oder bestimmter Teile der Konsumenten, die durch ethnische, kulturelle, politische oder religiöse Verhältnisse den anderen Konsumenten gegenüber niedrig gestellt wurden, zu machen und so ihre eigene Gier zu befriedigen. 
  4. Mit wachsender wirtschaftlicher Macht haben die Unternehmen irgendwann auch die politische Macht sich gegenüber dem Staat oder dem Interesse der Allgemeinheit durch zu setzten, was sowohl ihre wirtschaftliche, als auch ihre politische Macht weiter festigen wird. Dies wird unweigerlich zum Zusammenbruch der Nationalstaaten führen, die ihren Bürgern eine soziale Grundsicherung zu gewährleisten gedenken, was spätestens hier zur Wiederherstellung der von Marx beschriebenen Gesellschaft führen wird, also eine besitzende Klasse (Bourgeois) und einer arbeitenden Klasse (Proletariat). 
Die Verteilungsfrage über den Markt und das Geld zu lösen ist also zusammenfassend möglich und kurzfristig für die Allgemeinheit wohltuend, doch wird hier eine einseitige Verteilung bevorzugt, was einen Lawineneffekt auslöst und zu großen Missständen führen wird. Diese Missstände sind oft sogar allgemein bekannt, so weis jeder wie die Soziale Frage in der Industriellen Revolution aussah oder unter welchen Bedingungen die Menschen in der Ländern der Dritten Welt leben. Es muss also noch einen anderen Weg geben, der die Frage der Verteilung besser regelt.

Wie ist das Vermögen im Moment verteilt?

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Gedanken über die Art des Kommunismus

Wie ich schon in meinem allerersten Post gedroht habe, mache ich mir nun Gedanken über das "perfekte" (natürlich aus meiner Sicht) marxistische System. Nur stellt sich die Frage wie bezeichnet Mensch denn dieses System?

Wenn Mensch an Karl Marx bzw. den nach ihm benannten Marxismus denkt, dann kommst du schnell auf die Begriffe Kommunismus und Sozialismus. Das ist absolut korrekt, hat doch Marx diese Begriffe erst geprägt und im "Manifest der Kommunistischen Partei" festgelegt und in Unterströmungen aufgeteilt. Leider wird in diesem Sinne Kommunismus und Sozialismus gleichgesetzt und oftmals nur auf die Unterströmung des Kommunismus den Stalinismus Bezug genommen. Das ist ein grober Fehler! Sozialismus und Kommunismus sind streng voneinander zu trennen.
Wenn Mensch sich mit der marxistischen Gesellschaftstheorie beschäftigt weiß Mensch, dass der Sozialismus nur die Vorstufe zum Kommunismus ist. Der Sozialismus will durch eine Revolution das Proletariat, also die arbeitende Klasse, zur herrschenden Klasse und damit die Bourgeoisie, also die besitzende Klasse, ablösen. Der Sozialismus predigt also die Herrschaft der Arbeiterklasse im Sinne Lenins Diktatur des Proletariats und will damit die Ausbeutung der Bourgeoisie und soziale Gerechtigkeit herstellen. Der Kommunismus geht einen Schritt weiter und kann als weiterentwickelter Sozialismus gesehen werden. Im Kommunismus nämlich werden die Klassen aufgehoben, also Proletariat, Lumpenproletariat, Bürgertum, Bourgeoisie usw. und durch die daraus entstehende klassenlose Gesellschaft soll soziale Gerechtigkeit hergestellt werden. Soweit dazu, aber was ist nun Stalinismus?
Der Stalinismus ist eine Strömung des Kommunismus, basiert also auf kommunistischen Idealen, ist beantwortet aber Fragen des Herrschaftssystems die im Manifest nicht beantwortet werden. Als Joseph Stalin nach Lenins Tod die Macht in der Sowjetunion (oder noch Russland?) übernahm, etablierte er das für die meisten Menschen typisch kommunistische System des Zentralstaates und der Einparteiendiktatur, die sich zudem auf einen Personenkult rund um das amtierende Oberhaupt stützte. Systeme wie die UdSSR oder die Ostblockstaaten nutzten dieses System oder passten es auf ihr Land an (z.B. DDR mit ihrem real existierenden Sozialismus).
Diese Diktaturen sind absolut Menschen verachtend gewesen und im großen Maße antidemokratisch, weswegen sie wieder dem Marxismus gehandelt haben! Demokratie und Kommunismus sind untrennbar miteinander verbunden. Das kannst du dir vorstellen wie mit einem Käsebrötchen: der Käse gehört zum Brot wie das Brot zum Käse, fehlt eines ist es kein richtiges Käsebrötchen!
Wir halten also fest, das der Sozialismus als Vorstufe des Kommunismus ausscheidet und der Kommunismus demokratisch sein muss, womit alle Strömungen des Kommunismus wegfallen die sich auf den Stalinismus berufen, inklusive des Stalinismus (also der Maoismus, der real existierende Sozialismus, Titoismus usw.).
Wenn wir also ein marxistisches System haben wollen müssen wir uns eines mit diesen Kriterien raussuchen. Ich bei meinen Lesungen dann auf die vorm des kritisch-utopischen Kommunismus gestoßen. Marx kritisiert diese Bewegung zwar als eine reine Intellektuellenbewegung (Intellektuelle im Sinne von Akademikern), die höchstens wertvolle Aufklärungs- und Theoriearbeit für die kommunistische Bewegung vollzogen hat und sagt für sie einen ideologischen Niedergang durch Selbstzerfleischung und abkehr in den reaktionären oder den bourgeoisie Sozialismus vorraus. Doch dieses galt nur für die damaligen gesellschaftlichen  Verhältnisse in den Akademiker eher rar gesäht und zum Konservatismus geneigt waren. Das hat sich heute stark geändert: es sind vor allen die Studenten die die meisten linken und somit auch die meisten marxistischen Bewegungen am leben erhalten. In der heutigen Gesellschaft kommen die Forderungen nach marxistischen Idealen eher aus den Reihen des Bildungsbürgertums und der Akademikern als aus den Reihen der Arbeiter, die sich zunehmends dem Rechtspopulismus zuwenden.
Wir können also sagen, dass die Zeit für den utopischen Kommunismus nun vielleicht gekommen ist. Durch den humanen Nährboden in der Gesellschaft und den modernen Vorstellung des Staatssystems kann eine Neuauflage des Utopikommunismus durchaus zu einer Massenbewegung werden die den Klassenkampf ein für alle mal beendet und ein dauerhaftes kommunistisches System etabliert!

Was sind deine Gedanken dazu?

Mit freundlichen Grüßen,
dein Henning (der mal wider viel zu viel geschrieben hat! sorry dafür.)

Dienstag, 16. September 2014

Globalisierung

Die Rolle des dt. Bürgers

Mensch kann über die Globalisierung sagen was Mensch will. Sie bringt uns viel gutes und noch mehr schlechtes. Dass das viele Schlechte hauptsächlich durch uns, also den Bürger*innen der Industrieländer, verursacht wird sollten ja allen klar sein (hoffentlich auch dir). Und das wir dann auch mal unsere Lebensgewohnheiten umstellen könnten um das Leben von Millionen Menschen zu verbessern, sollte wohl auch klar sein. Das dachte ich ... bis ich gestern Abend dieses Video vom Satiresender extra 3 gesehen hab.


Als ich den Titel gesehen hab, konnte ich mir schon denken was passiert. Ich wollte es aber bis zur letzten Sekunde nicht wahrhaben und habe vor Verzweifelung gelacht. Das Video zeigt ziemlich gut wie der deutsche Durchschnittsbürger denkt: "Also Armut ist schon doof und so, aber solange ich meine Kleidung schön billig krieg ist mir das auch egal."
Und was dabei rauskommt ist ein Teufelskreis für die Dritte Welt. Die Frage ist wie kann er durchbrochen werden?

Im Prinzip muss der dt. Mittelstand und die Bürger*innen der Industriestaaten ihrer Verantwortung über die Welt gerecht werden, ganz im Sinne von "Eigentum verpflichtet". Dabei reicht es aber nicht, einfach nur Fairtrade-Produkte zu kaufen in der Hoffnung, dass Mensch so über die Nachfrage das Angebot der Unternehmen beeinflussen kann. Diese, für unsere neo-liberale Welt typische, marktwirtschaftliche Erklärung können wir einfach nicht umsetzen, da Unternehmen im Homo-Oeconomicus-Schema denken und immer noch mehr Gewinne mit den "Unfair"-Produkten machen würden. Ich plädiere daher (wer hätte es gedacht) durch mehr staatliche Eingriffe, deren wichtigstes Ziel die Bekämpfung von "Unfair"-Produkten ist, aber auch noch andere Problemfelder fokussiert. Das wären z.B. der Aktienmarkt (Tobinsteuer) oder unser monetäres System (Entmachtung der Banken, Abschaffung des Zinseszins).

Wie denkst du darüber? Hast du noch Fragen oder möchtest du Kritik losweren? Immer her damit.

Bis demnächst,
dein Henning.